Literatur im Café Museum mit Ela Angerer: Ehrlich und unverblümt

Das Scheppern, wenn man den Löffel auf die Untertasse legt, rege Gespräche und ein „Ist alles in Ordnung bei Ihnen?“ gehören zum Alltag im Café Museum. Nicht aber wenn es Literatur im Café Museum heißt, denn dann kehrt eine gewisse Art von Stille ins Kaffeehaus ein und die Gäste sitzen fast schon andächtig da und wenden sich dem Tisch mit der Banker-Lampe zu.

Der Ober bringt die letzten Bestellungen, schließt behutsam die Tür und die Stimme des Autors ertönt.

Ela Angerer zu Gast im Café Museum

Am 3. November war es Schriftstellerin und Fotografin Ela Angerer, die zu Gast im Café Museum war und aus ihrem Debutromans „Bis ich 21 war“ vorlas. Eine Stunde lang nahm sie die Gäste mit auf eine Reise in ihre Jugendjahre, an die sie sich penibel erinnert.

Vom Leben im Schloss, mit Kaviar und Champagner

Gelassen und eindringlich berichtete sie einfach so, was damals passierte. Ohne Schickschnack oder übertriebene Gesten. Gesten in Form von schmunzeln und großen Augen gab es nur vom Publikum, die ihr die schmerzlich schönen Geschichten gar nicht so recht glauben wollten.

Sie erzählte vom Leben am Land in einem Schloss, wo Kaviar und Champagner im Überfluss vorhanden waren, und der gleichzeitigen Leere, die das große Anwesen mit sich brachte. Von Drogenexperimenten mit der besten Freundin, der plötzlichen Verpflichtung, eine Internatsschule besuchen zu müssen, und dem Herantasten der dortigen Grenzen, beschreibt die Autorin all ihre Erinnerungen unverblümt.

Love me, please love me

Natürlich stellte sie sich auch die Liebe vor – genau so wie Michel Polnareffs Chanson „Love me, please love me“ musste sie wohl sein. Das dachte sie damals zumindest. Die süße Erinnerung spielte sie dem Publikum mit ihrem Handy vor und spätestens ab diesem Moment hatte Ela Angerer jeden Gast mit ihrem Charme und ihrem erdbeerroten Kleid, das sie mit der Sitzbank fast eins werden ließ, gefangen.

Mit einem Blick ins Publikum und einem „das wars“ wurden die Gäste wieder zurück ins Wien 2014 gebracht – einfach so.

Ela Angerer mit den Organisatoren Irmgard Querfeld und Gerhard Loibelsberger.

Vorschau: Am 2. Dezember liest Manfred Baumann für Sie im Cafe Museum aus „Maroni Mord und Halleluja“. Mehr Informationen zu Literatur im Café Museum.

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