Literatur im Café Museum mit Peter Rosei: kritisch und unterhaltsam

Das neue Jahr ist angebrochen, die Hektik der Weihnachtszeit vorbei und auch im Café Museum ist alles wie eh und je. So verbinden sich Ruhe und Geschäftigkeit auch heute wieder zu der wunderbaren Kaffeehaus-Atmosphäre, und während einige Gäste noch tief ins Gespräch vertieft sind und mit ihren Wein-Gläsern anstoßen, ist im hinteren Teil des Café Museum Stille eingekehrt, denn hier ist wieder Zeit für eine Kaffeehaus-Lesung. 

Am vergangenen Mittwoch war der Autor Peter Rosei im Café Museum zu Gast. Eine Stunde lang las er aus seinem neuen Roman „Die Globalisten“ vor, einer Satire über die Globalisierung und den Kunst- und Kulturbetrieb der Gegenwart – kritisch und unterhaltsam. 

Das Buch: „Die Globalisten“

Noch bevor Rosei das Buch aufschlägt, sagt er: „Ich habe ja durchaus ernste Aufsätze über die Kunst und Ökonomie geschrieben, aber irgendwann ist mir der Kragen geplatzt und ich habe beschlossen, mich darüber lustig zu machen. Aus dieser Stimmung ist dieses Buch entstanden.“

Gleich zu Beginn des Romans lässt sich erahnen, mit welchem Menschenschlag man es hier zu tun hat. Da ist etwa der Schweizer Geschäftsmann Adolphe Weill, den Rosei sagen lässt: „Wir Schweizer sind immer für das Menschenrecht, aber auch für das Geschäft“ oder „Wollen wir nicht alle reich werden?“ Oder der erfolglose Autor Josef Maria Wassertheurer, der seinem einstigen Erfolg nachtrauert. 

In andere Welten versetzt

Völlig in die drei Erzählstränge vertieft, die Rosei vorliest, schließt so mancher Besucher die Augen. Längst schon hat man gedanklich Wien verlassen, um sich im Salzkammergut oder gar St. Petersburg wiederzufinden. So unterschiedlich wie die Schauplätze in Roseis Roman sind auch die Welten, in denen seine Protagonisten leben. Auch wenn sie eines verbindet: die Gier.

Verfeinert wird die bissige Charakterzeichnung durch humorvolle Bemerkungen, die ein Schmunzeln auf die Lippen der Zuhörer zaubern. Und als Peter Rosei das Buch zuklappt und von der Gastgeberin Frau Querfeld als Dankeschön ein Lesungstörtchen und eine Flasche Schlumberer Sekt entgegennimmt, beschließt er spontan, sie mit seinem Publikum zu teilen. Gier ist wohl nicht jedermanns Sache. 

Vorschau

Am Donnerstag, 22.1. ab 19 Uhr findet unter dem Titel „Kaffeehausliteraten im Gespräch“ eine Podiumsdiskussion mit hochkarätiger Besetzung statt: Unter der Moderation von NEWS-Journalist Heinz Sichrovsky plaudern Autorin Christine Nöstlinger, Journalistin und Autorin Angelika Hager und Autor Gerhard Loibelsberger.

Am 9. Feburar liest Karin Peschka aus ihrem Debütroman „Watschenmann“. 
Mehr Informationen zu "Literatur im Café Museum" finden Sie hier

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