Mitarbeiter im Porträt: Emilia Leila Stojkovic, Lehrling

Lehrjahre sind keine Herrenjahre – oder doch?

Die Blütezeit erlebt das Landtmann's Parkcafé (im Tiergarten Schönbrunn, Eingang Neptunbrunnen) im Hochsommer, wenn die saftig grünen Blätter der Bäume einen angenehmen Schatten auf die Terrasse des Kaffeehauses werfen. Die Kellner eilen von der Bar zu den Gästen, nehmen Bestellungen auf, servieren und lassen sich den einen oder anderen Schmäh nicht nehmen.

Hinter der Schank steht an diesem Tag Emilia, die Jüngste im Parkcafé-Team. „Wenn viel los ist,  macht das Zubereiten der Getränke total Spaß. Das gibt mir einen richtigen Kick“, sagt die 18-Jährige, die hier gerade ihr zweites Lehrjahr absolviert.

500 Sachen gleichzeitig machen

Nach einer mühsamen Zeit in der Schule und der Ungewissheit, in welche Richtung sie sich beruflich am besten bewegen sollte, stieß Emilia zufällig über die Lehrstellenausschreibung des Parkcafés. Wenig später war die junge Frau auch schon eingestellt, und das mitten in der Hochsaison: „Plötzlich muss man 500 Sachen gleichzeitig machen und ich hatte zu dem Zeitpunkt noch sehr wenig Ahnung von der Gastronomie, das war unglaublich viel. Aber nach einem halben Jahr hab ich schon den Schlüssel in die Hand gedrückt bekommen und durfte alleine zusperren“, erinnert sich Emilia stolz.

„Früher hätte ich nicht gedacht, dass ich mal in der Gastronomie landen würde, obwohl es Anzeichen dafür gab: Zum Beispiel hab ich schon als Kind im angrenzenden Lokal vom Geschäft meiner Eltern hin und wieder geholfen, und bei den Berufspraktischen Tagen hat man mir auch schon gesagt, dass ich später in eine Hotelfachschule gehen soll.“

Parkcafé: „Top-Lehrbetrieb“

Besonders schätzt Emilia den Umgang untereinander in ihrer Arbeit, denn der ist auch persönlichkeitsprägend: „Mir gefällt hier einfach, dass es so menschlich ist. Ich fühle mich gut aufgenommen im Team. Das merkt man. Ich gehe gerne in die Arbeit und seit ich hier bin, werde ich von Tag zu Tag besser. Wenn ich mir etwas vornehme, dann mach ich das auch, so gut ich kann.“

Das gute Umfeld und die erbrachten Leistungen schlagen Wellen, denn nicht umsonst wurden dem Parkcafé, dem Café Landtmann und dem Café Residenz erst kürzlich das Wiener Qualitätssiegel „Top-Lehrbetrieb“ überreicht. Damit werden jährlich Wiener Betriebe ausgezeichnet, die besonders vorbildliche Standards in der Lehrausbildung setzen. „Insgesamt wurden 99 Betriebe ausgezeichnet und im Vorhinein mussten ich und der Betrieb eben gewisse Kriterien erfüllen und das hat gepasst“, erzählt Emilia mit bescheidenem Stolz.

„Schlittenfahrt“

Trotzdem läuft nicht immer alles glatt, denn aller Anfang ist schwer. Das musste Emilia in ihrer dritten Woche schmerzhaft feststellen: „In meinem ersten Monat habe ich meine Kollegen immer mit dem Schlitten (großes Tablett) gehen sehen und ich wollte das auch unbedingt mal schaffen. An einem Tag war dann so viel los, dass mich der Oberkellner zur Küchenausgabe geholt hat und mit gesagt hat, ich soll den Schlitten mit den 6 Tellern zum Tisch tragen und den 7. Teller einfach in die Hand nehmen. Alles hat wunderbar funktioniert und ich war so glücklich in diesem Moment, dass ich gleich zur Küche zurückgelaufen bin….und dann ist es schon passiert: Ich bin über die kleine Stufe gestolpert und das Tablett landete am Schoß eines Herrn, von dort auf den Boden und bumm, lag ich auch schon drauf und zerrte mir das Sprunggelenk, plaudert Emilia aus dem Nähkästchen und kann sich das Schmunzeln nicht verkneifen. Auf den Mund gefallen ist die dynamischen junge Dame übrigens nicht: Emilia spricht fünf Sprachen: Deutsch, Englisch, Serbisch, Spanisch und Französisch.

Große Pläne

Doch damit nicht genug: Nach dem dritten Lehrjahr, in das Emilia ab März startet, wird die junge Kellnerin noch ein Kochlehrjahr anhängen. Denn zu den Gütekriterien der Auszeichnung für Top-Lehrbetriebe zählt auch das inner- und außerbetriebliche Weiterbildungsangebot für Lehrlinge und Ausbilder. „Danach würde ich gerne herumreisen, studieren und dann im Endeffekt wieder zurück in die Gastronomie“, träumt sie. Aber vorerst möchte sie hier bleiben: „Es ist wie eine kleine Familie geworden. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen jetzt aufzuhören und woanders hinzugehen.“

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