Die Sitzkassierin

Die Zahl der Kaffeehäuser stieg in den folgenden Jahrzehnten ständig: 1737 gab es 37, 1770 waren es 48, vierzehn Jahre später bereits 64, kurze nach der Jahrhundertwende 89. 1819 schenkten bereits 150 Kaffeesieder das belebende Getränk in Wien aus.

Zu dieser Zeit änderte sich der Charakter der Wiener Kaffeehäuser, die im 17. und 18. Jahrhundert in der Regel finstere, komfortlose Lokalitäten waren. Der erste Kaffeesieder, der in Wien ein prunkvoll ausgestattetes Kaffeehaus eröffnete, war Johann Evangelist Milani um 1770. Sein Café befand sich am Kohlmarkt und hatte ein verspiegeltes Entrée sowie ein mit mehreren Billardtischen ausgestattetes Spielzimmer.

Ab 1808 gab es dann das „Silberne Kaffeehaus“, das vom legendären Cafetier Ignaz Neuner betrieben wurde. Der Name des Cafés kam daher, dass man hier den Kaffee in silbernen Gefäßen serviert bekam und dass man sein Gewand an silbernen Kleiderhaken aufhängen konnte. Komfortable Einrichtung sowie die Ausstattung mit Billardtischen gehörten bald zum Standard des Wiener Kaffeehauses. Damals kam auch die Sitzkassierin in Mode, die hinter dem Buffet an der Kassa thronte und mit der - als einzig weiblichem Wesen im Kaffeehaus - die anwesenden Männer oft und gerne flirteten.

Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich mit dem Konzertcafé eine weitere Spielart des Wiener Cafés. Das erste seiner Art wurde von Martin Wiegand 1788 gegründet und hieß Café Bellevue. Die damals berühmtesten Konzertcafés befanden sich im Wiener Prater, einem ehemaligen kaiserlichen Jagdrevier, das ab 1776 dem einfachen Volke offen stand. Im Prater gab es das „Erste Kaffeehaus“, das „Zweite Kaffeehaus“ und das „Dritte Kaffeehaus“, die große Musikbühnen hatten, auf denen berühmte Musiker wie z.B. Ludwig van Beethoven, Josef Lanner, Johann und Eduard Strauß und Carl Michael Ziehrer auftraten. Im Biedermeier entstanden die Garten- oder Sommercafés, die aufgrund ihrer schönen Lage am Rande Wiens als Familienausflugsziele dienten.

Café Residenz

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