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Der lachende Engel

Ein Spaziergang durch den Adventmarkt vor der Karlskirche

Außergewöhnliche Vielfalt für Groß und Klein
Kinderlachen begrüßt die Lamas beim großen Streichelzoo. Amadeus und Diego heißen sie, mit denen die Kleinen eine Runde durch das Gelände machen dürfen, wenn sie nicht lieber in der Strohlandschaft toben, wohlduftende Kerzen aus Bienenwachs in der Sternenwerkstatt basteln oder sich im Himmelszelt von den Geschichten der Märchenhexe verzaubern lassen.

Vom Stand gegenüber weckt ein Klang von aus Holz gefertigten Musikinstrumenten ein eigentümliches Gefühl von Heimeligkeit und Entspannung. Nicht von ungefähr: Die Klangstücke werden aus einheimischen Hölzern, Bambus & Kalebassen gefertigt, inspiriert von Traditionen aus aller Welt für jedermann. Dahinter steht die Idee, dass sich jeder Mensch einfach musikalisch ausdrücken kann.

Den Weg entlang funkeln Glaskunstwerke unter der dezenten Beleuchtung wie Kristalle. Staunen macht ein kurioses Gebilde aus alten Fahrrädern, einem alten Kinderkreisel und Blechbehältern: Ein sehr skurriles Ding ist das „Karussell der Fundgegenstände“. Ein in liebevoller Kleinarbeit aus Sperrmüll gebautes Ringelspiel, welches nur durch das Treten eines Fahrrades betrieben wird.

Wer einen Blick hinter die Kulissen des Kunsthandwerks werfen will, ist in der Schauwerkstatt gut aufgehoben: Hier kann man Künstler beim Drechseln von Skulpturen, der Fertigung von japanischen Zupfinstrumenten, beim Filzen oder Glasblasen an der Lampe beobachten. Die Freude an Form und Farbe soll weitergegeben, Techniken sichtbar gemacht werden. Eine Möglichkeit, die den Adventmarkt am Karlsplatz einzigartig und einen Besuch wertvoll macht.

Ein ganz besonderer Engel
Kinderaugen bestaunen die langen, goldenen Haare, die zarten, weißen Flügel und die warmen, harmonischen Farben der abgebildeten Figuren. „Ist das das Christkind?“ Auch die Eltern des Kindes möchten es glauben, inmitten der vorweihnachtlichen Hektik. In einer Zeit, in der die Tage kühler und kürzer werden. Wenn der Winter vor der Tür steht.

Die Familie beobachtet die Künstlerin, die mit Sorgfalt einen Wollfaden an ein Stück Seide legt. Ihre Finger sind rot und etwas steif von der eisigen Abendluft. Sie ist aus Ungarn und macht seit mehreren Jahren Bilder aus Wolle und Seide. Angefangen hat alles mit einem Bild für ihren Sohn. Dabei entdeckte sie ihre Leidenschaft und ihr Können, mit diesen feinen und weichen Materialien umzugehen.

Die kalte Zeit
„Ist dir nicht kalt?“, fragt die zuvorkommende Künstlerin. Ehrlich nickt das Kind und auch die Eltern bemerken, wie tief die Hände schon in den Manteltaschen stecken. In Gedanken das nahe gelegene Café Museum in der Operngasse auf dem Weg zwischen Karlsplatz und Staatsoper. Was ist einladender als in diesem traditionellen Wiener Kaffeehaus mit den gemütlichen, roten Logen – abseits vom Trubel der Großstadt – einzukehren, um sich an kalten Tagen im Advent mit Familie und Freunden zu treffen.

Wohlig wärmende Heißgetränke im Café Museum
Dem Vater springt sofort die wohltuende Tigermilch in der „Wiener Mehlspeishimmel“-Karte ins Auge. Eine ganz besondere Stärkung. Benannt nach dem Milchsaft „Lac Tygris“ einer heilsamen, chinesischen Wurzel, wurde der Name auch scherzhaft für stärkere Getränke des Abendlandes verwendet. In Kombination mit dem immunstärkenden Honig wird auch aus gewöhnlicher Milch ein echter Wundertrunk. Mit separat gereichtem Rum kann der Gast den Rum-Anteil in der Tigermilch selbst dosieren. Denn: Schon im alten Indien war bekannt, dass die Milch mit Zugabe von Gebranntem um einiges bekömmlicher wird.

Die Mutter hat Lust auf den Schokoccino. Dieser süßen Versuchung aus feinster Schokolade und Cappuccino mit Schlagobers und Karamellsoße kann sie einfach nicht widerstehen. Ihrer noch immer fröstelnden Tochter empfiehlt sie, die hausgemachte heiße Ingwer-Limetten-Limonade auzuprobieren. Die Limonade wird in der Landtmann’s feinen Patisserie hergestellt, schmeckt köstlich und wärmt so schön, außerdem wirkt die Ingwerwurzel gut gegen Grippe und das Vitamin C sowieso. Ein wenig sauer schmeckt die Limonade, der nette Ober merkt der Kleinen das sofort an und bringt ihr Honig an den Tisch. Jetzt ist wohl kein Schnupfen mehr zu erwarten. Und wieder lacht der Kindermund.